Das BSW steht für eine Energiepolitik der Vernunft. Das BSW lehnt Windkraft nicht prinzipiell ab, wehrt sich jedoch vehement gegen die unkontrollierte Umzingelung unserer Dörfer und Städte. Die BSW-Forderungen für eine zukunftsfähige und bürgernahe Energiewende sind klar definiert:
a) Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit haben Priorität
Das BSW fordert eine technologieoffene Strategie. Neben erneuerbaren Energien setzt das BSW auf den Erhalt bestehender Biogasanlagen, die Nutzung von Geothermie und den Bau neuer Gaskraftwerke, bevorzugt betrieben mit günstigem Pipeline-Gas. Träumereien von einer gigantischen Wasserstoffinfrastruktur, für die weder geeignete Netze noch Speicher existieren und die extrem hohe Kosten verursachen würde, erteilt das BSW eine klare Absage.
b) Erst Speicher und Netze ausbauen, dann neue Windräder errichten
Ein weiterer Ausbau der Windkraft ergibt nur Sinn, wenn die Infrastruktur mitwächst. Aktuell wachsen die deutschen Speicherkapazitäten um lediglich 6,5 Gigawattstunden pro Jahr. Um eine 14-tägige Dunkelflaute (Zeiträume ohne Wind und Sonne) im Winter abzusichern, bräuchte Deutschland jedoch rund 12.000 Gigawattstunden – bei aktuellem Tempo würde dieser Aufbau 87 Jahre dauern. Zudem ist das deutsche Stromnetz erst zu 3 Prozent digitalisiert. Der Ausbau der Netze und Speicher muss Vorrang haben.
c) Weg mit starren Flächenzielen – hin zu Leistungszielen
Weil moderne Windkraftanlagen wesentlich effizienter sind, benötigt Deutschland für die gleiche Strommenge heute viel weniger Fläche. Das BSW setzt sich daher dafür ein, die prozentualen Flächenverpflichtungen komplett zu streichen und durch intelligente Leistungs- oder Ökostromziele zu ersetzen. Das BSW konnte im sächsischen Landtag bereits erste Erfolge erzielen und durchsetzen, dass ein Drittel der Flächenziele für 2032 fallengelassen wird. Vorrang muss zudem das Repowering (Ersatz alter Anlagen durch neue) am gleichen Standort haben.
d) Natur und Bürger schützen
Das BSW fordert die sofortige Rücknahme der Privilegierung der Windkraft im EEG. Landschafts-, Natur- und Artenschutz müssen zwingend wieder gleichrangig behandelt werden. Zum Schutz der Anwohner fordert das BSW einen Mindestabstand von 1.000 Metern zur Wohnbebauung. Zudem lehnt das BSW den Bau von Windindustrieanlagen in unseren Wäldern ab – der Wald muss in seiner unverzichtbaren Erholungs- und Schutzfunktion bewahrt bleiben.
e) Echte Beteiligung statt Almosen für Kommunen
Die bisherige Ertragsbeteiligung von 0,3 Cent pro Kilowattstunde speist Kommunen mit Kleinstbeträgen ab, während Investoren hohe Gewinne erzielen. Das BSW fordert eine gesetzliche Pflicht für Projektträger, den betroffenen Kommunen und Bürgern eine direkte finanzielle Projektbeteiligung von bis zu 20 Prozent anzubieten. Darüber hinaus müssen wasserdichte gesetzliche Regelungen zu Sicherheitsleistungen für den Rückbau alter Anlagen getroffen werden. Im Falle einer Insolvenz des Betreibers dürfen die enormen Rückbaukosten auf keinen Fall an den Grundstückseigentümern oder ohnehin klammen Kommunen hängen bleiben.