Das BSW setzt sich für den Erhalt beider Produktionsstandorte in Görlitz und Zittau sowie der Sparten Schauspiel, Musiktheater, Tanz und der Neuen Lausitzer Philharmonie ein. Die Umwandlung eines Standortes in eine reine Gastspielstätte lehnt die BSW/FWZ Kreistagsfraktion in Görlitz ab.
Verbindliche Finanzierungszusagen für Theaterstandorte gefordert
Der Vorsitzende der Kreistagsfraktion BSW/FWZ, Jens Hentschel-Thöricht: „In Görlitz und Zittau sollen weiterhin eigene Inszenierungen entstehen. Dafür brauchen wir verbindliche Finanzierungszusagen“. Zudem verweist er auf die Notwendigkeit nachvollziehbarer Berechnungen vor möglichen Kürzungen. „Wer Ensembles verkleinern will, muss vorher nachweisen, was nach Abzug aller Folgekosten tatsächlich gespart wird. Weniger Vorstellungen und weniger Personal bedeuten nicht automatisch ein kleineres Defizit“.
Der Freistaat Sachsen soll sich an den steigenden Personal- und Sachkosten beteiligen. Vorgesehen sind eine Übergangsfinanzierung für 2027 und 2028 sowie Verhandlungen über eine mehrjährige Vereinbarung ab 2029. Zusätzliche Mittel für das Theater dürfen nicht durch Kürzungen bei anderen Kulturangeboten der Oberlausitz gegenfinanziert werden. Zudem darf die Finanzierungsverantwortung nicht einseitig vom Landkreis auf die Städte Görlitz und Zittau verlagert werden.
Zu den finanziellen Instrumenten Jens Hentschel-Thöricht: „Ein Darlehen ohne realistische Rückzahlungsquelle verschiebt das Defizit nur. Auch die Beschäftigten dürfen nicht dauerhaft durch zusätzlichen Lohnverzicht für fehlende Finanzierung einstehen müssen“.
Zur Steigerung der Einnahmen setzt das Konzept auf eine bessere Auslastung, gezielte Werbung, die Ansprache von Besuchern aus Nachbarländern, Sponsoring und Vermietungen. Einstiegspreise sowie Angebote für Kinder, Jugendliche und Schulen sollen bezahlbar bleiben. Ergänzend sollen regionale Laienspielgruppen nach Absprache mit der Leitung im Haus auftreten können, wobei die Ticketeinnahmen beim Theater verbleiben und Zusatzkosten gedeckt sein müssen.
Jens Hentschel-Thöricht formuliert das Ziel wie folgt: „Unser Theater gehört zur Oberlausitz. Wir wollen es stärker in der Region verankern und mehr Menschen für seine Angebote gewinnen. Am 27. Oktober brauchen wir einen Beschluss, der beiden Standorten eine belastbare Zukunft eröffnet und die kommunalen Haushalte berücksichtigt“.
Die Kreistagsfraktion erwartet von der Sondersitzung einen tragfähigen Beschluss, der Planungssicherheit für beide Theaterstandorte schafft und die Haushalte der beteiligten Kommunen berücksichtigt.
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