Zurück
KV DresdenAktuelles29. August 2026

Abschluss der Sommerkampagne „Weg mit Merz“ in Dresden

Zum Abschluss der Sommerkampagne „Weg mit Merz“ war der BSW Kreisverband Dresden erneut mit einem Infostand am Neustädter Markt präsent. Bei bestem Spätsommerwetter nutzten zahlreiche Dresdnerinnen, Dresdner sowie Gäste der Stadt die Gelegenheit für Gespräche am BSW Stand.

Abschlusskampagne "Weg mit Merz" - BSW-Info-Stand am Goldenen Reiter am 29.08.2026
Abschlusskampagne "Weg mit Merz" - BSW-Info-Stand am Goldenen Reiter am 29.08.2026

Trotz der freundlichen Atmosphäre war jedoch deutlich spürbar, dass von sorgloser Leichtigkeit keine Rede mehr sein kann. Die mediale Dauerpräsenz rund um angebliche „hybride Bedrohungslagen“ hinterlässt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern eine spürbare Verunsicherung.

Fragwürdige Narrative und reale Gefahren vor Ort

In den Diskussionen mit den Passanten stand immer wieder die Frage im Raum, welche medial verbreiteten Szenarien tatsächlich von überprüfbaren Fakten gedeckt sind. Als exemplarisches Thema wurde der jüngste Fund dreier Drohnen am Leipziger Flughafen herangezogen. Belastbare Informationen abseits des reinen Fundes liegen kaum vor. Weder zu Herkunft, Typ, Größe oder Bewaffnung noch zu einem konkreten Einsatzziel sind gesicherte Aussagen verfügbar. Während in der Berichterstattung reflexartig Russland als Urheber vermutet wird, fehlen handfeste Beweise.

BSW-Info-Stand am Goldenen Reiter am 29.08.2026
BSW-Info-Stand am Goldenen Reiter am 29.08.2026

Auffällig ist nach Ansicht vieler Gesprächspartner, dass in der öffentlichen Debatte die militärische Nutzung des Flughafens weitgehend ausgeblendet wird. Wenn ein mitteldeutscher Flughafen für den Umschlag von Munition in Richtung des ukrainischen Kriegsgebiets genutzt wird, sollte das öffentlich und medial diskutiert werden. Vor Ort wächst die berechtigte Sorge, dass die Region im Falle einer Eskalation zu einer priorisierten Zielscheibe wird.

Plädoyer für Diplomatie statt geopolitischer Sackgassen

Auch kontroverse Stimmen, die eine weitere Aufrüstung und militärische Stärke der NATO fordern, kamen am Stand zu Wort. Für das BSW steht dabei die grundlegende Frage im Mittelpunkt, ob Deutschland sich weiter mit Kriegsrhetorik in eine Sackgasse manövriert und als ernstzunehmender Staat weiter an Bedeutung verliert oder mit eigenen Diplomatie Bemühungen international wieder ein gern gesehener Partner der Weltgemeinschaft wird. Der direkte, offene Austausch mit den Menschen ist wichtig, auch und gerade bei unterschiedlichen Standpunkten.

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen zeigte sich an den Ständen zudem eine deutliche Ermüdung vieler Bürger hinsichtlich endloser Debatten über Brandmauern und Koalitionsarithmetik. Das BSW vertritt in dringenden Sachfragen wie einem gerechten Rentensystem oder der künftigen Bezahlbarkeit und Sicherheit der Energieversorgung klare, nachvollziehbare Positionen. Es soll dabei immer um die Sache und nicht um Ideologie gehen.

Völkerrechtliche Bedenken bei maritimen Sanktionen

In einem Gespräch wurden jüngste Meldungen der Tagesschau über die vermeintlich zunehmenden „hybriden Bedrohungen“ mit Sorge betrachtet. Da sich Innenminister Dobrindt gerade mit seinen Kollegen einiger EU-Staaten traf und dabei auch Übungen zur Enterung fremder Schiffe gezeigt wurden, kam die Sprache auf die „russische Schattenflotte“. Der Begriff „Schattenflotte“ ist politisch aufgeladen und bezeichnet Schiffe, die zur Umgehung von Sanktionen oder Preisobergrenzen beim Transport russischen Öls eingesetzt werden sollen. Weniger beachtet wird, dass Maßnahmen gegen solche Schiffe rechtlich differenziert betrachtet werden müssen. Nicht jede Fahrt unter der Flagge eines Drittstaats ist rechtswidrig, und mindestens einigen der aktuellen Maßnahmen fehlt eine völkerrechtliche Grundlage. Häufig handelt es sich vielmehr um autonome Sanktionsregelungen der EU und ihrer Partner, etwa im Bereich Versicherung, Finanzierung oder Hafenzugang.

Auch wer den russischen Ölexport nicht verteidigen will, sollte dennoch fragen, welche Folgen solche Maßnahmen für die internationale Schifffahrt und den Welthandel haben. Ohne eine präzise rechtliche Begründung, transparente Kriterien und eine Beachtung der Handelsfreiheit, der Sicherheit sowie möglicher Präzedenzwirkungen könnten ähnliche Instrumente künftig auch in anderen Konflikten eingesetzt werden, was erhebliche Folgen für exportabhängige Volkswirtschaften hätte, darunter auch Deutschland. Davon abgesehen wird bei der Betrachtung der Wirkung aller Sanktionen gegen Russland auch klar, dass diese jedenfalls nicht zur Beendigung des Krieges in der Ukraine beigetragen haben. Das Leid der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet und Hunderttausende tote Soldaten auf beiden Seiten sind ein Beweis für die fehlgeschlagene Politik, die sich vom Prinzip der Entspannung und dem Primat der Diplomatie verabschiedet hat. Darin sind sich die meisten Bürger wieder einig.

» Facebook-Seite des BSW Sachsen

 

Zurück

Weitere Neuigkeiten

Tagung des Landesausschusses
Tagung des Landesausschusses
Landesverband13. September 2026

Der BSW-Landesausschuss wählt seinen Vorstand

Das BSW in Sachsen geht bei der innerparteilichen Mitbestimmung voran. Seit einigen Monaten verfügt der sächsische Landesverband über ein bundesweit bisher einmaliges Gremium.

Mehr lesen