Die Initiative „Leipzig bleibt friedlich!“ hat die Unterschriften inzwischen offiziell beim Sächsischen Landtag eingereicht. Getragen und unterstützt wird das Bürgerbegehren von der Schwerter-zu-Pflugscharen-Allianz, einem breiten Bündnis aus elf Friedensinitiativen der Region.
Das ist ein starkes demokratisches Signal aus der Zivilgesellschaft. Die beiden BSW-Landtagsabgeordneten Nico Rudolph, Sprecher für Frieden und Uta Knebel, Obfrau im Petitionsausschuss, machen sich im Parlament dafür stark, dass die Stimmen der über 10.000 Unterzeichner nicht hinter verschlossenen Türen einfach abgelegt werden, sondern in einer öffentlichen Anhörung im Sächsischen Landtag diskutiert werden.
Was planen US-israelische-Rüstungsfirma Covenant und Falk Defence in Leipzig?
Unmittelbarer Auslöser des Bürgerprotests ist die Ansiedlung des erst 2024 gegründeten US-Israelischen Rüstungsunternehmens Covenant, zu dessen Finanziers unter anderem der vom US-Milliardär Peter Thiel mitgegründete Founders Fund zählt. Das Unternehmen hat im Leipziger Norden bereits eine über 10.000 Quadratmeter große Gewerbehalle angemietet, um Leipzig mit einer Investitionssumme von rund 250 Millionen Euro zu seinem weltweit größten Produktionsstandort für Marschflugkörper auszubauen.
Die bekannten Eckdaten der Rüstungspläne in der Messestadt zeigen die Tragweite der Entwicklung:
- Massenproduktion von Marschflugkörpern ab 2027: Ab dem Jahr 2027 will Covenant in Leipzig den Marschflugkörper vom Typ „Anthem“ montieren. Nach Angaben von Unternehmenschef Michael Kaufman und Covenant-Präsidentin Abigail Denburg sollen im ersten Jahr 1.000 Exemplare gefertigt werden, bereits 2028 soll die Jahresproduktion auf 5.000 Stück hochgefahren werden.
- Angriffswaffe für „Deep Strikes“: Das Waffensystem „Anthem“ ist für Schläge tief im gegnerischen Gebiet („Deep Strikes“) entwickelt worden, besitzt eine Reichweite von weit über 1.000 Kilometern und kann einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf tragen. Während andere Marschflugkörper mehrere Millionen US-Dollar kosten, soll „Anthem“ als massentaugliche Waffe für einen sechsstelligen Betrag an europäische NATO-Staaten und die Bundeswehr geliefert werden.
- Weitere Rüstungsprojekte in Leipzig: Covenant ist kein Einzelfall. Wie Ende Oktober 2026 bekannt wurde, entwickelt zudem das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Falk Defence in Leipzig Prototypen seiner Artillerierakete „Siegfried“. Während CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer die Rüstungsansiedlung mit der Logik militärischer „Abschreckung“ verteidigt, wächst in der Bevölkerung die Sorge, dass Leipzig zur Zielscheibe und zum Rüstungszentrum wird.
BSW kritisiert Geheimniskrämerei der Staatsregierung und fordert Transparenz
Besonders scharf kritisieren wir als BSW Sachsen, wie die CDU/SPD-Staatsregierung diese weitreichenden Rüstungsansiedlungen am Parlament und an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei vorantreibt. Erst auf parlamentarische Nachbohrungen unserer Fraktion kam ans Licht, dass das sächsische Wirtschaftsministerium bereits im Vorfeld Kontakte zum Rüstungsunternehmen unterhielt.