Ronny Kupke nahm das vorgelegte Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 53,5 Milliarden Euro (26,5 Milliarden Euro für 2027 und 27 Milliarden Euro für 2028) auseinander. Um die gigantische Finanzierungslücke von fast 2,7 Milliarden Euro zu stopfen, greife die Koalition tief in die Rücklagen (1,2 Milliarden Euro) und plane eine Nettoneuverschuldung von rund 1,5 Milliarden Euro: „Kredite sind nicht per se das Problem. Die Schuldenfreiheit darf kein Selbstzweck sein. Aber die entscheidende Frage lautet: Wofür macht der Freistaat eigentlich Schulden? Und was wird nach dem Verpulvern dieser 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2029 besser sein als heute?“
Scheinmodernisierung der Landesverwaltung
Scharfe Kritik übte Ronny Kupke an der Scheinmodernisierung der Landesverwaltung. Der geplante Abbau von 523 Stellen in den kommenden zwei Jahren und langfristig über 8.700 Stellen bis 2040 ohne vorherige Aufgabenkritik sei lediglich „die Axt im Personalbüro“ und führe zu einer zynischen Arbeitsverdichtung auf dem Rücken der verbleibenden Beschäftigten. Auch die chronische Unterfinanzierung der sächsischen Städte und Landkreise sowie den Versuch der Regierung, durch seltenere Berichtspflichten die Kontrollrechte des Parlaments bei außerplanmäßigen Ausgaben zu beschneiden, prangerte er entschieden an.
Ebenso wies Ronny Kupke die unqualifizierten Angriffe und verbalen Entgleisungen der Grünen-Fraktionsspitze gegen das BSW mit klaren Worten zurück und forderte weniger moralische Überheblichkeit und mehr Demut ein.
Konstruktives Herangehen ist gefragt
Im Anschluss knüpfte Uta Knebel an die Rede von Ronny Kupke an und untermauerte die Kritik mit fachlich fundierten und zugleich leidenschaftlichen Ausführungen. Sie stellte heraus, dass die BSW-Fraktion nicht in Fundamentalopposition verharrt, sondern auf Basis der klar formulierten Rügen des Sächsischen Rechnungshofes und der Empfehlungen der Reformkommission handfeste Alternativen erarbeitet hat.