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Landesverband•Aktuelles•6. Oktober 2026

Gabriele Gysi zu Gast im Haus des Buches

Am Montag, den 5. Oktober 2026, war Gabriele Gysi zu Gast im Haus des Buches in Leipzig. Auf Einladung des BSW-Landtagsabgeordneten Eric Recke las sie aus ihrem neuen Buch „Die Nacht, als Soldaten Verkehrspolizisten wurden“.

Gabriele Gysi zu Gast bei MdL Eric Recke
Gabriele Gysi zu Gast bei MdL Eric Recke

Das Haus am Gerichtsweg gehört seit Jahrzehnten zu den festen Orten der Leipziger Literatur- und Kulturszene. Seit seiner Eröffnung 1996 fanden hier mehr als 5.000 Veranstaltungen statt. Zahlreiche bekannte Schriftsteller, Publizisten und Künstler waren zu Gast. Das Literaturhaus Leipzig hat hier seinen Sitz und führt damit eine Tradition fort, die eng mit Leipzig als Buch- und Messestadt verbunden ist.

Kultur und Kunst im Abgeordnetenbüro

Seit diesem Jahr befindet sich im Haus des Buches auch das großzügige BSW- Abgeordnetenbüro von Eric Recke. Dabei soll es ausdrücklich nicht bei einem klassischen Abgeordnetenbüro bleiben. Recke will den architektonisch anspruchsvollen großen Raum als offenen Ort für politische Gespräche und zugleich für Kunst und Kultur nutzen. In einer Stadt mit mehr als 630.000 Einwohnern soll hier ein Treffpunkt entstehen, an dem politische Debatte und kultureller Austausch zusammenkommen.

Gabriele Gysi mit Buch zur deutschen Geschichte

Die Lesung mit Gabriele Gysi war dafür ein passender Abend. Im Mittelpunkt stand ein Buch, das Fragen stellt. Fragen zur deutschen Geschichte, zur Entwicklung seit 1989, zum Verhältnis zwischen Ost und West, zur Rolle von Medien und Kultur und schließlich zur Frage von Krieg und Frieden.

Gabriele Gysi nähert sich diesen Themen aus einer ostdeutschen Perspektive. Sie beschäftigt sich damit, wie die Geschichte der DDR und der deutschen Einheit erzählt wird und welche Erfahrungen der Menschen im Osten dabei Beachtung finden. Dabei geht es ihr nicht um eine Verklärung der DDR. Eher fragt sie danach, wie politische und gesellschaftliche Deutungen entstehen und welche Folgen es hat, wenn bestimmte Erfahrungen keinen Platz mehr in der öffentlichen Wahrnehmung finden.

Von dort führt ihr Blick in die Gegenwart. Gysi beschäftigt sich mit der Frage, wie frei politische und gesellschaftliche Debatten heute noch geführt werden. Welche Auffassungen werden gehört? Welche geraten schnell unter Rechtfertigungsdruck? Und was geschieht, wenn Haltung wichtiger wird als das Argument selbst? Eine Grundthematik, die auch das BSW in seinem Verständnis des politischen Umgangs mit anderen Parteien immer wieder pragmatisch anmahnt.

Diese Fragen beschäftigen sie auch mit Blick auf Kunst und Kultur. Gabriele Gysi ist Schauspielerin und Regisseurin. Aus dieser Erfahrung heraus beschreibt sie Kunst als einen Raum, in dem Widerspruch möglich sein muss. Kunst soll nicht nur bestätigen, was ohnehin erwartet wird. Sie soll Fragen stellen, Zusammenhänge sichtbar machen und eigenes Nachdenken ermöglichen.

Gysi über Krieg und Frieden

Besonders deutlich wird diese Haltung dort, wo Gysi über Krieg und Frieden spricht. Sie richtet den Blick auf eine politische Öffentlichkeit, in der militärische Konfrontation wieder zunehmend als selbstverständliche Möglichkeit erscheint. Dem stellt sie die Frage entgegen, ob noch ausreichend Raum besteht, Entwicklungen geschichtlich einzuordnen, Zusammenhänge zu betrachten und nach Wegen zur Verständigung zu suchen. Dabei spielt Deutschlands Lage zwischen Ost und West für sie eine besondere Rolle. Aus Geschichte und geografischer Lage leitet sie die Notwendigkeit ab, deutsche Politik immer auch unter dem Gesichtspunkt des Friedens in Europa zu betrachten. So wurde aus der Lesung im Haus des Buches mehr als die Vorstellung eines neuen Buches. Sie fügte sich in die Geschichte eines Ortes ein, an dem seit Jahrzehnten Literatur, unterschiedliche Sichtweisen und öffentliche Debatte ihren Platz haben.

Genau diese Verbindung will Eric Recke mit seinem Abgeordnetenbüro aufnehmen: Politik nicht allein als parlamentarische Arbeit, sondern als Gespräch mit den Menschen – und Kultur nicht als Beiwerk, sondern als Teil gesellschaftlicher Debatte. Der Abend mit Gabriele Gysi zeigte, wie beides zusammenkommen kann.

» Webseite von MdL Eric Recke

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