Professor Scheibe brachte dabei seine Erfahrungen als Ingenieur, Unternehmer und Abgeordneter im Wirtschaftsausschuss sowie im Wissenschaftsausschuss ein. Im Zentrum des Austauschs stand die Analyse der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung, eine Entwicklung, die sächsischen Unternehmern durch enorme bürokratische Auflagen die Luft zum Atmen nimmt und Investitionen lähmt.
Alarmierende Zahlen der Bundesbank belegen die wachsende Belastung
Dass die Klagen und Forderungen aus der Wirtschaft berechtigt sind, belegt eine Untersuchung der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom Juli 2026 mit Fakten. Nach einer repräsentativen Befragung von tausenden Unternehmen sind die bürokratischen Kosten in Deutschland zwischen 2022 und 2024 im Durchschnitt von rund fünf auf etwa sieben Prozent des gesamten Jahresumsatzes nach oben geschnellt. Das bedeutet einen massiven Kostensprung um fast fünfzig Prozent innerhalb von nur zwei Jahren.
Für den sächsischen Mittelstand hat diese Entwicklung Folgen. Sachsen wird maßgeblich von kleinen Betrieben und regional verankerten Handwerksbetrieben getragen. Während große Konzerne eigene Abteilungen für Rechtsfragen unterhalten, schlägt die Dokumentationspflicht bei kleineren Betrieben voll auf die Kosten durch. Nach den Daten der Bundesbank führt ein Anstieg der Bürokratiekosten um einen Prozentpunkt bei kleinen Firmen zu einem spürbaren Einbruch des Umsatzes je Beschäftigten um rund drei Prozent. Kostbare Arbeitszeit wird für das Ausfüllen von Formularen verschwendet, statt diese für die Pflege der Kundschaft, in Innovationen oder in das eigentliche Handwerk zu verwenden. Als größte Kostentreiber nannten die Betriebe überbordende Pflichten bei der Steuer- und Finanzberichterstattung, beim Datenschutz, beim Arbeitsrecht sowie beim Umweltrecht.
Verwaltungsverfahren müssen grundlegend vereinfacht werden
Guido Müller und Jörg Scheibe waren sich vollkommen einig, dass der Abbau unnötiger Hemmnisse heute einer der wichtigsten Standortfaktoren überhaupt ist. Es reicht bei weitem nicht aus, bloß einzelne Formulare geringfügig anzupassen oder kosmetische Gesetzeskorrekturen anzukündigen. Deutschland neigt zudem oft dazu, europäische Vorgaben bei der nationalen Umsetzung noch zusätzlich zu verschärfen.
Nötig sind daher echte strukturelle Reformen, eine zügige und unkomplizierte Digitalisierung der Verwaltung sowie eine spürbare Vereinfachung aller behördlichen Verfahren. Unternehmerinnen und Unternehmer dürfen nicht länger wie Bittsteller behandelt oder unter Generalverdacht gestellt werden. Der Staat muss wieder Freiräume für unternehmerische Initiative schaffen, statt Betriebe mit immer neuen Nachweispflichten zu lähmen.
Wofür das BSW in der Wirtschaftspolitik steht
Das BSW steht für eine Wirtschaftspolitik der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes. Der Schutz und die gezielte Stärkung des Mittelstands, des soliden Handwerks und der regionalen Industrie sind wichtige Zielsetzung der BSW-Politik. Diese Betriebe schaffen den Wohlstand vor Ort und sichern gut bezahlte Arbeitsplätze. Das BSW fordert bezahlbare Energiepreise, den Erhalt robuster Wertschöpfungsketten sowie eine intakte öffentliche Infrastruktur. Für das BSW gilt der Grundsatz, dass Fleiß, Leistung und wirtschaftlicher Mut belohnt werden müssen. Daher kämpft das BSW konsequent gegen die Paragrafenwut und gegen praxisferne Regulierungen, damit sich die Unternehmen in Sachsen endlich wieder auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können.
Deutsche Bundesbank Sachsen und Thüringen