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Kreisverband, KV DresdenAktuelles6. Juni 2026

Dresdner BSW-Stadtrat Dominik Hecker im Interview

Dominik Hecker, der seit 20 Jahren in Dresden-Prohlis zu Hause ist, spricht über Dresden und den "speziellen" Stadtteil

Dominik Hecker Stadtrat Dresden
Dominik Hecker Stadtrat Dresden

Das Wohngebiet, errichtet in den 1970er Jahren für 30.000 Menschen, ist heute berühmt-berüchtigt. Wie lebt es sich dort?

Mit Licht und Schatten, wie wahrscheinlich überall. Man arrangiert sich mit den Nachteilen und lernt die Vorteile zu schätzen. Ich habe hier schöne Zeiten erlebt.

Was spricht aus deiner Sicht generell für Prohlis?

Wo nicht gerade Durchgangsverkehr herrscht, ist es ein erstaunlich ruhiges Wohnen. Die grünen Innenhöfe sind Rückzugsorte, wo man seinen Frieden findet und Kinder unbeschwert spielen können. Zum Einkaufen ist es nie weit, alle möglichen Großmärkte sind fußläufig zu erreichen. Im Gesundheitszentrum sind auch viele Fachärzte ansässig, sodass die medizinische Versorgung in der Regel vor Ort gewährleistet ist. Mir gefällt, dass ich mit dem Auto in 15 Minuten in der Innenstadt bin. Aber auch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut.

Was würdest du einem Ortsfremden zeigen, damit er nicht nur das Offensichtliche sieht?

Man könnte mit dem wunderbaren Kombibad anfangen, das sowohl Schwimmhalle als auch Freibad ist. Gebaut noch zu DDR-Zeiten, wurde es vor ein paar Jahren komplett modernisiert. Dann natürlich der Geberbach, der inmitten dieser Häuserschluchten einmal durch ganz Prohlis fließt. Man glaubt es kaum, aber auch so eine Idylle gibt es hier. Die evangelisch-lutherische Kirche, wo meine Töchter in der Jungen Gemeinde sind, befindet sich dort, wo bis in die 1980er Jahre die Reste des Prohliser Schlosses standen. Direkt gegenüber: das Bürgerhaus und das Palitzsch-Museum in zwei restaurierten Häusern, Überbleibseln von Altprohlis. Auch die Freizeitinfrastruktur ist vielerorts sehr vorzeigbar, zum Beispiel mit dem Sportplatz oder den vielen tollen Spielplätzen.

Nun hat Prohlis allerdings einen eher schlechten Ruf …

… was nachvollziehbar ist. Für manche muss allein der Gedanke an ein Leben in diesen Wohnblocks schauderhaft sein. Ich kenne ja nun auch andere Stadtteile in Dresden oder außerhalb, das ist tatsächlich ein großer Kontrast. Außerdem ist Prohlis bekanntlich ein sozialer Brennpunkt – und das sieht man oft auch. Aber man sollte nicht den Fehler machen, alle über einen Kamm zu scheren.

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