Gleichzeitig verlangt eine zukunftsfähige Digitalpolitik den Aufbau eigener, öffentlich finanzierter Rechen- und Halbleiterinfrastrukturen in Europa, bei denen Eigentum und Kontrolle dauerhaft in öffentlicher Hand verbleiben. Um Ressourcenknappheiten und Netzengpässe zu verhindern, sollen Rechenzentren streng an das Gemeinwohl gekoppelt werden.
Zum Schutz der Bürgerrechte und der Privatsphäre fordert der Beschluss zudem einen transparenten Regulierungsrahmen. Ein unabhängiger „KI-TÜV“ soll Großkonzerne dazu verpflichten, ihre Algorithmen gegenüber Aufsichtsbehörden offenzulegen und heimliche Manipulationstechniken zu unterbinden. Das massenhafte Tracking und das Zusammenführen verstreuter Datenspuren zu Verhaltens- und Persönlichkeitsprofilen, einschließlich des Modells „Zahlen oder Zustimmen“, müssen verboten werden. Auch staatliche Stellen dürfen keinen Zugriff auf solche Profile erhalten.
Wirtschaftlich und völkerrechtlich setzt das BSW auf strikte Kartellregeln und ein weltweites Verbot von KI-Waffen. Marktbeherrschende KI- und Cloud-Anbieter müssen als Torwächter streng reguliert und deren Extraprofite steuerlich abgeschöpft werden. Wo systemrelevante Konzerne das Gemeinwesen gefährden, müssen auf europäischer und nationaler Ebene Instrumente geschaffen werden, um diese nach Artikel 15 des Grundgesetzes in Gemeineigentum zu überführen. Auf internationaler Ebene setzt sich das BSW im Rahmen der Vereinten Nationen für ein verbindliches Verbot tödlicher autonomer Waffensysteme (LAWS) ein, um sicherzustellen, dass die Entscheidung über Waffengewalt ausnahmslos in menschlicher Hand verbleibt.
Dokumente zum Nachlesen
Der vollständige Wortlaut des Präsidiumsbeschlusses steht im Dateianhang als PDF zum Download bereit. Die zugehörige wissenschaftliche und rechtliche Faktengrundlage mit allen Quellenbelegen und vertiefenden Analysen finden Sie als eigenständigen Beitrag in unserer Rubrik „Themen“.
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