Gegen den Verfall der sozialen Infrastruktur
Besonders hart treffen Einsparungen freie Wohlfahrtsträger, Beratungsstellen, Eingliederungshilfen sowie psychosoziale Zentren. Diese Träger bilden das präventive Auffangnetz des Staates. Wenn Beratungsangebote ihre Öffnungszeiten reduzieren oder ganz schließen müssen, trifft dies gezielt Personengruppen, die keine starke Lobby in den Parlamenten besitzen.
Ein tragfähiger Sozialstaat misst sich nicht daran, wie stark er Notlagen sanktioniert oder Hilfen minimiert, sondern wie effektiv er Menschen befähigt, Krisen zu überwinden.
Gefahr für das Vertrauen in die Demokratie
Werden Einschnitte einseitig bei sozial Schwachen vorgenommen, während Fragen nach einer gerechteren Einnahmen- oder Vermögensverteilung politisch blockiert bleiben, vertieft dies bei den Menschen das Gefühl ungerechter Lastenverteilung. Die Schwächung sozialer Sicherungssysteme nimmt den Menschen die Zuversicht in staatliche Verlässlichkeit und bereitet den Nährboden für gesellschaftliche Polarisierung und politischen Extremismus.
BSW positioniert sich klar gegen Sozialkürzungen
Der BSW-Landesvorstand positioniert sich klar gegen die Sozialkürzungen. Wer jahrzehntelang gearbeitet und in die Sozialkassen eingezahlt hat, muss sich auf eine sichere Rente verlassen können. Wer krank oder pflegebedürftig wird, hat Anspruch auf eine gute Versorgung. Und wer jeden Tag arbeitet, darf nicht zum Lückenbüßer für politische Fehlentscheidungen gemacht werden. Wir brauchen einen starken Sozialstaat, der den Menschen Sicherheit gibt, statt ihnen immer neue Zumutungen aufzubürden.
Das BSW wendet sich entschieden gegen eine Politik, die Arbeitnehmer, Rentner, Familien und den Mittelstand immer stärker belastet. Deutschland hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Prioritätenproblem. Während für Aufrüstung und eine verfehlte Politik Milliarden mobilisiert werden, heißt es bei Rente, Pflege, Gesundheit, Bildung und kommunaler Infrastruktur plötzlich, die Kassen seien leer. Diesen Kurs lehnen wir strikt ab.
Das BSW steht für sichere Renten, gute Löhne und Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Gesundheits- und Pflegeversorgung sowie einen handlungsfähigen Sozialstaat. Starke Schultern müssen dabei einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten. Zugleich müssen Steuerverschwendung und milliardenschwere politische Fehlentscheidungen gestoppt werden. Wir lassen nicht zu, dass Arbeitnehmer gegen Rentner, Beitragszahler gegen Pflegebedürftige oder Jung gegen Alt ausgespielt werden.
Für uns als BSW haben soziale Sicherheit, eine funktionierende öffentliche Infrastruktur und wirtschaftliche Vernunft absoluten Vorrang vor immer neuen Aufrüstungsmilliarden.
Der BSW-Landesverband Sachsen ruft deshalb dazu auf, bei den Sozialprotesten im September gemeinsam und friedlich auf die Straße zu gehen. Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen: So nicht! Hände weg von Rente, Pflege, Gesundheit und Arbeitnehmerrechten!
Insbesondere ruft das BSW zur Teilnahme an folgenden Demonstrationen auf:
- 3. September 2026, 16:30 Uhr: Dresden am Carolaplatz
- 9. September 2026, 16:00 Uhr: Chemnitz an der Augustusburger Str. 31
- 26. September 2026, 12:00 Uhr: Leipzig, Simsonplatz
Soziale Sicherheit ist keine Wohltat des Staates. Sie ist ein Versprechen an die Menschen, die dieses Land mit ihrer Arbeit tragen. Dieses Versprechen muss verlässlich bleiben.
» Weitere Informationen zu den Demonstrationen