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LandesverbandAktuelles17. August 2026

BSW-Landtagsabgeordnete besuchen das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Am heutigen Montag haben die Abgeordneten des BSW im Sächsischen Landtag, Prof. Dr. Jörg Scheibe und Ralf Böhme, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) besucht. Im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs standen der direkte Austausch mit der wissenschaftlichen Leitung, die strategische Weiterentwicklung des sächsischen Forschungsstandorts sowie Fragen, wie die Politik die Forschungseinrichtung mehr unterstützen kann.

vlnr: Jörg Böhme (BSW), Prof Klaus Kopka (Helmholtz) und Prof Jörg Scheibe (BSW) - zu Besuch im Helmholtz-Forschungszentrum Rossendorf
vlnr: Jörg Böhme (BSW), Prof Klaus Kopka (Helmholtz) und Prof Jörg Scheibe (BSW) - zu Besuch im Helmholtz-Forschungszentrum Rossendorf

Ein Forschungsleuchtturm von Weltrang mitten in Sachsen

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf ist weit mehr als eine regionale Forschungseinrichtung: Mit rund 1.500 Beschäftigten (darunter über 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 70 Nationen) gehört das HZDR zur renommierten Helmholtz-Gemeinschaft. In Deutschland, Europa und weltweit genießt das Zentrum hohes internationales Ansehen.

Was macht das HZDR so bedeutend?

In Rossendorf betreibt man Spitzenforschung an Großgeräten, die es in dieser Form weltweit nur selten gibt – darunter das Hochfeld-Magnetlabor Dresden (HLD), der Elektronenbeschleuniger ELBE oder das Ionenstrahlzentrum (IBC). Forscherinnen und Forscher aus aller Welt reisen nach Sachsen, um hier an neuen Materialien, modernsten Halbleitern und Zukunftsenergien zu forschen. Dass Rossendorf in der absoluten Spitzenliga spielt, belegt auch die jüngste wissenschaftliche Begutachtung, bei der das Institut mit dem bestmöglichen Prädikat „Outstanding“ (herausragend) bewertet wurde.

Strategie 2030+ und revolutionäres Rohstoff-Recycling

Zum Auftakt des Besuchs stellte der Wissenschaftliche Direktor des HZDR, Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt, die Struktur, die Forschungsschwerpunkte und strategische Roadmap vor. Prof. Schmidt skizzierte die drei tragenden Säulen der Forschung: Gesundheit, Materie und Energie.

vlnr: Jörg Böhme (BSW), Prof Klaus Kopka (Helmholtz) und Prof Jörg Scheibe (BSW) - zu Besuch im Helmholtz-Forschungszentrum Rossendorf
vlnr: Jörg Böhme (BSW), Prof Klaus Kopka (Helmholtz) und Prof Jörg Scheibe (BSW) - zu Besuch im Helmholtz-Forschungszentrum Rossendorf

Ein Schwerpunkt des Gesprächs mit Prof. Jörg Scheibe und Ralf Böhme lag auf der Kreislaufwirtschaft und Ressourcensicherheit. Über das zum HZDR gehörende Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) wird intensiv daran geforscht, wie kritische Rohstoffe, seltene Metalle und Seltene Erden aus komplexem Elektronikschrott zurückgewonnen werden können. Besonders die innovativen Forschungsansätze hin zu einem echten 100-Prozent-Recycling von Elektronikbauteilen stießen bei den BSW-Parlamentariern auf großes Interesse: Sie sind ein entscheidender Schlüssel für die Rohstoffunabhängigkeit und industrielle Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Sachsen und ganz Deutschlands.

Strahlende Hoffnung im Kampf gegen Krebs: Radiopharmazie & Kindermedizin

Im zweiten Teil des Besuchs führte Prof. Dr. Klaus Kopka, Direktor des HZDR-Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung, die Abgeordneten durch seinen Fachbereich. Prof. Kopka – international anerkannt und unter anderem für die translationale Entwicklung bahnbrechender Prostatakrebs-Wirkstoffe (PSMA-Theranostika) mit dem Erwin-Schrödinger-Preis ausgezeichnet – erläuterte das Prinzip der modernen Theranostik. Hierbei werden radioaktive Moleküle so maßgeschneidert, dass sie Tumorzellen im Körper aufspüren (Diagnose) und millimetergenau zerstören können, ohne das gesunde Nachbargewebe zu schädigen.

Ein besonders berührender und wichtiger Aspekt: Prof. Kopka verdeutlichte, wie durch die enge Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und dem gemeinsamen Krebsforschungszentrum OncoRay modernste radiopharmazeutische Diagnostik direkt ans Krankenbett gebracht wird. Dies ermöglicht insbesondere bei an Krebs erkrankten Kindern eine frühzeitige, hochpräzise Erkennung von Tumoren, welche die Heilungschancen oder zumindest die Lebensqualität signifikant verbessert.

Klare Erwartungen der Wissenschaft an die Landespolitik

Im offenen Dialog formulierten Prof. Dr. Schmidt und Prof. Dr. Kopka konkrete Herausforderungen und Wünsche an die Politik:

  • Sicherung einer stabilen Energieversorgung: Die energieintensiven Großforschungsanlagen, wie Hochfeldmagnete und Teilchenbeschleuniger, benötigen zwingend eine verlässliche und zukunftssichere Strom- und Netzinfrastruktur am Campus Rossendorf.
  • Beschleunigung behördlicher Prozesse: Lange behördliche Bearbeitungszeiten bei Genehmigungen und Zulassungsverfahren bremsen Innovationen und den schnellen Transfer von Medikamenten und Technologien in die klinische Anwendung.
  • Überprüfung von Eigenanteil-Regelungen: Die derzeitige Praxis, wonach Forschungseinrichtungen bei bestimmten Förderprogrammen vorab starre Eigenanteile einwerben oder vorhalten müssen, bindet wertvolle Kapazitäten und gehört auf den Prüfstand gestellt.

Fazit

Für die beiden Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Jörg Scheibe und Ralf Böhme war der Besuch ein zentraler Baustein ihrer parlamentarischen Arbeit.

Prof. Dr. Jörg Scheibe, Sprecher für Umweltpolitik, Klimapolitik, Wissenschaft und Hochschulen: „Der direkte und kontinuierliche Dialog zwischen Politik, Grundlagenforschung und angewandter Wissenschaft ist für uns unverzichtbar. Nur wenn wir die realen Anforderungen, Herausforderungen und bürokratischen Hürden aus der Forschungspraxis genau kennen, können wir im Sächsischen Landtag praxisnahe und zukunftsweisende Entscheidungen treffen. Wir setzen uns dafür ein, dass Sachsen als Innovations- und Forschungsstandort weltweit führend bleibt und unsere Spitzenforscher die besten Rahmenbedingungen für ihre lebensrettende und zukunftssichernde Arbeit erhalten.“

Ralf Böhme, Sprecher für Sport, Wirtschaft, Energie, Tourismus: „Spitzenforschung auf Weltniveau braucht eine absolut krisenfeste und verlässliche Infrastruktur. Großforschungsanlagen wie das Hochfeld-Magnetlabor oder die Teilchenbeschleuniger am HZDR gestatten keine Schwankungen oder Engpässe der Energieversorgung. Als Landtagsabgeordneter und Dresdner Stadtrat sehe ich es als wichtige Aufgabe der Landeshauptstadt, gemeinsam mit den regionalen Versorgern proaktiv und zügig die netz- und energietechnischen Voraussetzungen abzusichern, um den Standort Rossendorf dauerhaft abzusichern. Damit wird Dresden als weltweit bedeutender und hochmoderner Standort der Krebsforschung gestärkt.

» Informationen zum Helmholtz-Zentrum Dresden – Rossendorf

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